Big Data und Schweizer Holz für das Berner Oberland

23.10.2019 14:58:09 | Volkswirtschaft Berner Oberland
Der Gemeindeworkshop der Volkswirtschaft Berner Oberland wartete mit einem vielseitigen Programm auf: Was verrät Big Data über das Berner Oberland? Warum soll zukünftig vermehrt auf den Baustoff Holz gesetzt werden? Was können Gemeinden zu wirtschaftsfreundlichen Rahmenbedingungen beitragen? Vertreterinnen und Vertreter der Gemeindebehörden im Berner Oberland informierten sich am Anlass im ABZ Spiez.

Spiez – Moderates Bevölkerungswachstum, vermehrt offene Stellen, steigende Arbeitsbeschäftigung, eine geringe Leerstandsquote bei Wohnungen, ein starkes Wachstum bei den Logiernächten: So lässt sich die Entwicklung des Berner Oberlands seit 2010 statistisch zusammenfassen. Dr. Massimo Mannino, Co-Founder des in Köniz beheimateten Datenunternehmes Novalytica, analysierte und visualisierte anlässlich des Gemeindeworkshops der Volkswirtschaft Berner Oberland die wichtigsten Kennzahlen der Region. Der aus Matten bei Interlaken stammende Ökonom und Datenspezialist, der es diesen Sommer auf die Forbes-Liste «30 unter 30» in der Kategorie «Tech» geschafft hat, ist überzeugt, dass eine gute Grundlage an Daten die Entscheidungsfindung positiv unterstützt, auch auf der Gemeindeverwaltung und in der Politik. So kann etwa auf bestimmte Tendenzen in der Bevölkerungsfluktuation, und der damit einhergehenden Veränderung der Bedürfnisse der Einwohnerinnen und Einwohner, rechtzeitig reagiert werden.

Zimmerpreise und Logiernächteentwicklung

Spannende Daten lieferte Mannino auch im Bereich Tourismus: So analysiert Novalytica regelmässig die Daten der Online-Buchungsplattform AirBNB. Der Zimmerpreis pro Nacht betrug im Juni 2019 im Berner Oberland 101 Franken (Median), für eine ganze Wohnung wurden fast 170 Franken (Median) ausgegeben. Auch was die Logiernächte betrifft, ist die Entwicklung in der Region beachtlich: Seit 2012 wurde im Berner Oberland eine Steigerung von knapp 20% verzeichnet. Die Zusammenfassung der analysierten Daten steht auf der Website der Volkswirtschaft Berner Oberland zum Download zur Verfügung.

Schweizer Holz: Baustoff der Zukunft

Um ein greifbareres, nicht minder wichtiges Thema, ging es im zweiten Referatsteil: Die Spezialisten der Initiative Holz | BE informierten die anwesenden Gemeindepräsidenten, Gemeinderätinnen und Verwaltungsmitarbeitenden, welche Vorteile Holz als Baustoff aufweist. Martin Rösti, Arbeitsgruppe Holz als Baustoff, zählte die vielen positiven Eigenschaften von Holz auf. Nicht zuletzt, wenn es um die Einsparung von CO2 geht, punktet der natürliche Baustoff. Im Gegensatz zu Beton, der durch die energieintensive Herstellung eine Bilanz von -0.5 Tonnen CO2 pro Quadratmeter aufweist, bindet Holz auf derselben Fläche eine Tonne des Treibhausgases. Grossrat Markus Wenger zeigte in seiner Funktion als Projektleiter Holz bei verdichteten Bauten die vielfältigen Möglichkeiten bei Gebäudesanierungen und -erweiterungen auf: Auch hier ist Schweizer Holz ein idealer Baustoff. Damit künftig verdichtetes Bauen mit Holz noch einfacher realisiert werden kann, sprach sich Wenger dafür aus, dass die Gemeinden die nötigen Anpassungen in den Baureglementen priorisieren.

Massnahmen für bessere Rahmenbedingungen

Zum Schluss der Veranstaltung zeigte Jolanda Küng, Spiez Marketing AG, wie Gemeinden in ihren Perimetern wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen schaffen und fördern können. Neben baurechtlichen Massnahmen, der Verkehrserschliessung und Massnahmen in Bezug auf Bauflächen und Leerstandsmanagement bei Immobilien, kommen auch Marketingmassnahmen zum Zug. Bei der Spiez Marketing AG sind das beispielsweise Anlässe, die den Austausch zwischen der Gemeinde und den ortsansässigen KMUs fördern und dem Gewerbe die Möglichkeit geben, sich der Bevölkerung zu präsentieren.

Mehr Junge braucht die Politik

Im ersten Teil des Gemeindeworkshops der Volkswirtschaft Berner Oberland stellte die frisch gewählte Oberaargauer Nationalrätin Christine Badertscher, Grüne, den Verein #FJG Förderung junge Personen in der Gemeindepolitik vor. In einer regen Diskussion loteten die Teilnehmenden verschiedene Möglichkeiten aus, um vermehrt junge Menschen unter 35 für gemeindepolitische Angelegenheiten und die Übernahme von politischen Mandaten zu motivieren. Vielerorts im Berner Oberland bekunden die Gemeinden und die politischen Parteien Mühe, genügend neue Kräfte zu rekrutieren. Die Möglichkeit eines parteiübergreifenden Infoanlasses in Gemeinden wurde genauso diskutiert, wie Unterstützungs- und Austauschmöglichkeiten für frisch gewählte, junge Gemeindepolitiker im Berner Oberland. www.gemeindepolitik.ch

 Präsentation #FJG Förderung junge Personen in der Gemeindepolitik (PDF, 1 MB)



  Medienmitteilung Gemeindeworkshop 2019 (PDF, 512 KB)

  Medienmitteilung Gemeindeworkshop 2019 (Word, 31 KB)
 

Massimo Mannino      



       

     



Dr. Massimo Mannino, Novalytica AG, zeigt eindrücklich wie sich Berner Oberländer Gemeinden die Datenflut zunutze machen können. (Bild in Druckqualität, Klick auf Bild)

 
Präsentation Novalytica (PDF, 1 MB)       

  Factsheet Novalytica, Kennzahlen des Berner Oberlands (PDF, 320 KB) 










Martin Rösti, Initiative Holz BE, wirbt für Schweizer Holz als Baustoff in den Gemeinden.
(Bild in Druckqualität, Klick auf Bild)

 
Präsentation Initiative Holz BE, Teil 1 (PDF, 3 MB)










Markus Wenger, Initiative Holz BE, plädiert für einen Paradigmawechsel in der Raumplanung.
(Bild in Druckqualität, Klick auf Bild)

 
Präsentation Initiative Holz BE, Teil 2 (PDF, 700 KB)

Jolanda Küng








Jolanda Küng, Spiez Marketing AG, ermutigt die Gemeindevertretenden zur aktiven Standortförderung.
(Bild in Druckqualität, Klick auf Bild)

 
Präsentation Spiez Marketing AG (PDF, 3 MB)