Kultur, Kommerz und Kinder – Sommer-Festivals

19.06.2020 10:00:00 | Kulturrat, Volkswirtschaft Berner Oberland
Grosse Sommer-Festivals finden dieses Jahr nicht statt. Ist das die Chance für kleine, feine Festivals und OpenAirs? (Gastartikel von Kulturratmitglied Matthias Etter)
In den vergangenen Jahren glichen die Festival-Areale immer mehr Promotionsveranstaltungen, und getrunken wurde nur das Bier vom Hauptsponsor. Selbst das renommierteste Familien-Festival glich in den letzten Jahren immer mehr einer Werbeschau. Dass es auch anders geht, zeigen kleine Veranstaltungen wie das Klapperlapapp-Märchenfestival mit Stopp in der Lenk am 8./9. August. Es werden nur Sponsoren in Betracht gezogen, die ein unaufdringliches Konzept unterstützen. In den Programmen und vor Ort wird dankend auf die Sponsoren hingewiesen. Werbematerial wird nur am Eingang in einfachen neutralen Holzregalen aufgelegt. Zelte, Eingangs- und Spielbereiche sind schlicht und natürlich gehalten; keine Plakate, Banner und Promo-Airbags! Hier kommt Gemütlichkeit auf, und Jung und Alt erleben unmittelbar und nachhaltig Geschichten, Musik, Spiel, Geselligkeit - Kultur eben!

Zu den Pionieren dieser Festivalkultur zählen auch die MacherInnen der Musikfestwochen Meiringen (3.-11. Juli), welche, auch als die «Kommerzialisierung» überhandnahm, schrille Werbeauftritte von den Veranstaltungen fernhielten und Rahmenprogramme wie die Klangwerkstatt für Kinder einführten. Unterstützer und Partner werden in neutralen Einträgen im Programmheft und durch Links auf der Webseite gewürdigt!

Solche Veranstalter beeinflussen heute mit ihren Grundsätzen die Vergabe von öffentlichen Geldern und geben Hoffnung auf weitere stilvolle Festivals.