Wirtschaftsbrunches Herbst 2016

27.10.2016 15:48:43 | irene.thali@volkswirtschaftbeo.ch
«Digital erfolgreiches Berner Oberland» – unter diesem Motto fand zwischen dem 20. und 27. Oktober die Wirtschaftsbrunch-Serie der Volkswirtschaft Berner Oberland statt. Insgesamt über 220 Personen besuchten die drei Anlässe in Gstaad, Interlaken und Thun. Zwei Startups aus dem Berner Oberland – Trekksoft und Schneider Software AG – gaben einen Einblick in ihren Alltag. Die beiden Referenten Philippe Willi und Christoph Schneider erzählten von ihrem Werdegang und der Entwicklung ihrer erfolgreichen Software-Firmen.

Zwei Software-Anbieter, die auf den ersten Blick zwar Gemeinsamkeiten aufweisen, bei genauerem Hinsehen aber unterschiedlicher nicht sein könnten, präsentierten sich an den Herbst-Wirtschaftsbrunches der Volkswirtschaft Berner Oberland. Philippe Willis Firma Trekksoft, eine Buchungssoftware für touristische Anbieter, weist den für die heutige Zeit typischen Werdegang auf: Mit der Hilfe von Business Angels – ein Netzwerk, das Startups mit Kapital, Wissen und Erfahrung unterstützt – startete die Unternehmung aus Interlaken im Jahr 2010 durch. Inzwischen vereint TrekkSoft über 70 Mitarbeitende aus 49 Ländern an unterschiedlichen Firmenstandorten. Der Hauptsitz der Firma ist jedoch nach wie vor im Berner Oberland. «In Interlaken an Kapital zu kommen war jedoch fast nicht möglich», sagt Willi. Deshalb begab er sich in Zürich auf Investorensuche. Auch die Mitarbeiterrekrutierung im Berner Oberland ist teils nicht ganz einfach, unter anderem weil keine Fachhochschule oder Universität in unmittelbarer Nähe angesiedelt ist. Geht es jedoch um die Lebensqualität und ein vielfältiges Freizeitangebot, kann die Region bei den Trekksoft-Mitarbeitenden vor Ort punkten.

Ziel: 100 Millionen im 2017

Da Trekksoft Business-Lösungen für touristische Anbieter entwickelt, macht der Standort Berner Oberland für die Unternehmung zusätzlich Sinn. Die grösste Chance für sein Unternehmen sieht Willi darin, dass der Tourismus nach wie vor ein weltweiter Wachstumsmarkt ist. Gerade im Bereich von mobilen Lösungen, beispielsweise übers Smartphone buchbare Angebote, besteht ein grosses Potenzial. Über 40 Millionen Franken wurden mit touristischen Leistungen in diesem Jahr bereits über Trekksoft verkauft: «Für 2017 haben wir uns zum Ziel gesetzt, die 100-Millionen-Grenze zu knacken», so Willi.

 

Anfänge auf vier Quadratmetern

Blickt Christoph Schneider auf die Anfänge seiner Unternehmer-Karriere zurück, sieht das ganz anders aus: In einem kleinen Zimmer, mit 18-Stunden-Tagen vor dem Bildschirm und –4000 Franken auf dem Konto startete er 1987 in die Selbstständigkeit. Im Alleingang programmierte er im stillen Kämmerlein und legte so den Grundstein für die Software WinBau, die 1991 auf den Markt kam und heute zu den führenden Lösungen im Bereich der Baubranche gehört. Internet war damals noch ein Fremdwort, Windows stand erst in den Startlöchern. Dank innovativer Lösungen gelang der Durchbruch und die Firma wuchs. Mittlerweile beschäftigt die Firma an ihrem Hauptstandort in Gwatt und in einer Filiale in Zürich über 60 Mitarbeitende. Christoph Schneider setzt auf ein innovatives Arbeitsmodell: Seine Entwickler arbeiten sechs Stunden pro Tag statt der üblichen acht, denn der Thuner ist überzeugt, dass man als Programmierer nur während sechs Stunden wirklich produktive Arbeit leisten kann. Seine Mitarbeiter danken es ihm mit langjähriger Firmentreue.

 

Emotionen mit dem FC Thun

Auch in Sachen Marketing beschreitet die Schneider Software AG eher ungewöhnliche Wege: «Software löst beim Endbenutzer kaum je Emotionen aus, und wenn, dann eher negativer Art, wenn mal etwas nicht so funktioniert, wie es sollte», sagt Schneider. «Die positiven Emotionen holen wir daher beim Fussball.» Die Schneider Software AG ist einer der Hauptsponsoren des FC Thun. Auf der Brust der Spieler prangt gross das Logo der Thuner Softwarefirma. Doch das Ganze ist für Schneider weitaus mehr als nur eine Marketingaktion: Er setzt sich über das finanzielle Sponsoring-Engagement hinaus für den Berner Oberländer Super-League-Club ein: Die «Härzbluet»-App des FC Thuns stammt von der Schneider Software AG. «An der App verdienen wir nichts, wir hatten einfach unseren Spass und es ist eine super Sache», betont der Unternehmer. So war es für ihn auch Ehrensache, an den Brunches jeweils auf die Aktion «Härzbluet für üse FC Thun» hinzuweisen und Spenden für den Club einzusammeln.

 
Wirtschaftsbrunches
Zwei Mal pro Jahr – im Frühjahr und im Herbst – organisiert die Volkswirtschaft Berner Oberland eine Reihe Wirtschaftsbrunches. An jeweils drei Standorten im Berner Oberland treffen sich frühmorgens Mitglieder und Interessierte aus Wirtschaft, Politik und Kultur zum gemeinsamen Austausch und Networking. Die Anlässe werden von der Standortförderung des Kantons Bern und der Berner Kantonalbank getragen und unterstützt.
 

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Bild: Christoph Schneider (links), Schneider Software AG Thun, und Philippe Willi, Trekksoft Interlaken, stellten am Wirtschaftsbrunch der Volkswirtschaft Berner Oberland ihre Firmen vor.
Bild: Christoph Schneider (links), Schneider Software AG Thun, und Philippe Willi, Trekksoft Interlaken, stellten am Wirtschaftsbrunch der Volkswirtschaft Berner Oberland ihre Firmen vor.