Digitalisierung als grosse Chance für ländliche Regionen

15.11.2019 12:24:07 | Volkswirtschaft Berner Oberland
Ist die Digitalisierung eine Chance für die Peripherie? Die Referenten des Wirtschaftstreffen Berner Oberland versuchten diese Frage zu beantworten. Der Anlass, organisiert durch die Volkswirtschaft Berner Oberland und getragen von den Planungsregionen und den wichtigsten Wirtschaftsverbänden, lockte über 130 Gäste aus Wirtschaft und Politik in den Lötschbergsaal Spiez.

«Die digitale Kluft zwischen Stadt und Land darf nicht grösser werden», sagte Prof. Dr. Heike Mayer, Universität Bern. In ihrem Referat anlässlich des Wirtschaftstreffens Berner Oberland, präsentierte die Leiterin der Gruppe Wirtschaftsgeographie und Regionalforschung, die neusten Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt «Digital Lives» des Schweizer Nationalfonds SNF. Sechs Personen, die jeweils teilweise auf dem Land und teilweise in der Stadt ihrer Arbeit nachgehen, wurden dabei auf Schritt und Tritt begleitet und beobachtet. Dabei zeigte sich: Auf dem Land arbeiteten alle Studienteilnehmenden länger, effizienter und selbstbestimmter als in ihren Büros in den Ballungszentren. Hier liegen gemäss Mayer auch die grössten Chancen, um im ländlichen Raum von der Digitalisierung langfristig zu profitieren. Indem Räume geschaffen werden, in denen die digitalen Nomaden effizient und in ihrem eigenen Rhythmus ihrer Arbeit nachgehen können. Als bereits bestehende Beispiele im Berner Oberland nannte Mayer das Projekt Coworking Berner Oberland der Volkswirtschaft Berner Oberland in Spiez oder den neugeschaffenen Coworking Space Plattform Haslital in Meiringen.

Alpiner Arbeits- und Lebensort

Neben den Räumlichkeiten müssen aber auch die technischen Voraussetzungen für ortsunabhängiges Arbeiten geschaffen werden: digitale Dörfer und gemeindeübergreifende Entwicklungsprojekte, die sich beispielsweise der Erschliessung von Regionen mittels Glasfasernetz widmen, sind hier mögliche Lösungsansätze. Mayer ist überzeugt, dass die Digitalisierung für periphere Regionen, trotz grossen Herausforderungen, auch zahlreiche neue Chancen bietet. «Das Spielfeld in der Schweiz ist top», nahm die Wirtschaftsgeographin eine Fussballanalogie zur Veranschaulichung zu Hilfe, «die Fähigkeiten und die Motivation der Spieler sind jedoch noch ausbaufähig.» Ländliche Regionen müssen sich verstärkter mit den digitalen Entwicklungen auseinandersetzen und gemeinsam Lösungsansätze entwickeln, damit die rosige Zukunft vom alpinen Arbeits- und Lebensort Realität wird.

Neue Technologien als Chance

Neben der Digitalisierung an sich, standen am Wirtschaftstreffen Berner Oberland technologische Entwicklungen im Fokus. Christian Grasser, Geschäftsführer des Schweizerischen Verband der Telekommunikation asut, informierte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Vorteile, die der 5G-Standard künftig bringen soll. Gerade für ländliche Regionen, ist Grasser überzeugt, birgt die hohe Bandbreite des 5G-Standards riesige Chancen. Andreas Koschak, Managing Director der Parametric GmbH, erläuterte in seinem Referat, wie Unternehmungen an Digitalisierungsprojekte herangehen sollten. «Digitalisierung heisst nicht, dass der Mensch einfach durch die Maschine ersetzt wird», so Koschak. Auch sei es wichtig, dass immer von dem zu lösenden Problem ausgegangen werden sollte und nicht von der Technologie, die man gerne einsetzen möchte.

Von der Zukunft in die Gegenwart

Zum Schluss des Wirtschaftstreffens stand nicht die digitale Zukunft sondern die Gegenwart im Mittelpunkt: Roger Neuenschwander, CEO der be-advanced AG, zeigte die vielfältigen Dienstleistungen für KMUs und Startups im Kanton Bern auf und Max Braunschweiger stellte das Angebot der Unternehmens- und Personalentwicklung IdeeTransfer Berner Oberland vor.

  Medienmitteilung Wirtschaftstreffen 2019 (PDF, 54 KB)

 
Medienmitteilung Wirtschaftstreffen 2019 (Word, 31 KB)










Prof. Dr. Heike Mayer, Geographisches Institut, Universität Bern (Bild in Druckqualität, Klick auf Bild)

  Präsentation Digitalisierung: Eine Chance für die Peripherie? (PDF, 2.8 MB)










Christian Grasser, ASUT - Schweizerischer Verband der Telekommunikation (Bild in Druckqualität, Klick auf Bild)

  Präsentation 5G - Auswirkungen der neuen Technologie auf unseren Wirtschaftsstandort (PDF, 1.5 MB)










Andreas Koschak, Managing Director, Parametric GmbH, Interlaken (Bild und Druckqualität, Klick auf Bild)

  Präsentation Internet der Mausefallen - Konnektivität der Dinge vom Hype hin zur sinnvollen Anwendung (PDF, 915 KB)










Roger Neuenschwander, CEO be-advanced AG (Bild und Druckqualiät, Klick auf Bild)

  Präsentation be-advanced stellt sich vor (PDF, 1.2 MB)










Max Braunschweiger, IdeeTransfer Berner Oberland (Bild und Druckqualiät, Klick auf Bild)

  Präsentation IdeeTransfer stellt sich vor (PDF, 614 KB)